Die STVO steht für Straßenverkehrs-Ordnung. Sie ist eine Rechtsverordnung in Deutschland, die detaillierte Regeln für alle Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen festlegt. Im Gegensatz zum STVG (Straßenverkehrsgesetz), welches die grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen schafft, regelt die StVO das tägliche Verhalten im Straßenverkehr.
Die Straßenverkehrs-Ordnung regelt, wie sich Menschen im öffentlichen Verkehrsraum zu verhalten haben: Vorfahrt, Geschwindigkeit, Abstand, Rücksichtnahme, Verhalten an Unfallstellen. Sie beschreibt damit die Pflichten, deren Verletzung am Anfang fast jedes Fahrerlaubnisverfahrens steht. Anders als das Straßenverkehrsgesetz enthält sie keine Regeln über die Erteilung oder Entziehung einer Fahrerlaubnis.
Verstöße gegen diese Verhaltensregeln werden regelmäßig als Ordnungswidrigkeit geahndet. Erst über den Umweg des Fahrerlaubnisrechts können sie fahreignungsrelevant werden, etwa wenn sie sich häufen oder wenn ihr Gewicht auf eine dauerhafte Missachtung verkehrsrechtlicher Regeln hindeutet.
Für die verkehrspsychologische Betrachtung ist weniger der einzelne Verstoß interessant als das Muster dahinter. Wiederholte oder schwerwiegende Regelverstöße werfen die Frage auf, ob Regeln situativ übertreten wurden oder ob sich eine überdauernde Haltung gebildet hat. Diese Unterscheidung ist der Kern der Begriffe Regelakzeptanz und verfestigte Normabweichung und wird im Begutachtungsverfahren gesondert geprüft.
Aus der Zahl von Eintragungen allein folgt dabei keine fachliche Zuordnung. Welche Bedeutung ein Sachverhalt hat, ergibt sich erst aus der behördlichen Fragestellung und der Prüfung durch die Begutachtungsstelle.
Drei Regelwerke greifen ineinander: Die Straßenverkehrs-Ordnung beschreibt das Verhalten, das Straßenverkehrsgesetz die Sanktionsebene und die Zulassung von Personen, die Fahrerlaubnis-Verordnung das Verwaltungsverfahren um Eignungszweifel und Begutachtung. Ein Vorfall kann alle drei Ebenen berühren, ohne dass sich Rechtsfolgen gegenseitig ersetzen. Dieser Eintrag ist beschreibend und ersetzt keine Rechtsberatung.
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