Eine Selbststopp-Strategie definiert klare Warnsignale und einen verbindlichen Abbruchschritt, bevor aus Druck oder Unsicherheit riskantes Verhalten wird.
Eine Selbststopp-Strategie ist eine vorab getroffene Festlegung, die greifen soll, bevor die eigene Steuerungsfähigkeit nachlässt. Der Kerngedanke ist zeitlich: Die Entscheidung fällt nicht in der kritischen Situation, sondern davor, weil sie in der Situation selbst schwerer zu treffen ist. In der Fahreignungsbegutachtung wird betrachtet, ob solche Festlegungen vorhanden und im Alltag wirksam sind, nicht wie sie formuliert werden. Dieser Eintrag beschreibt den Prüfgegenstand und enthält bewusst keine Handlungsanleitung.
Kriterium D 4.4 K erfasst mit fünf Indikatoren und zwei Kontraindikatoren das Mobilitätsverhalten und damit die Ebene des tatsächlichen Tuns. Im Mittelpunkt steht die vorausschauende Verhaltensplanung; als Kontraindikator wird unter anderem genannt, ohne Planung zu Treffen zu fahren, bei denen Cannabis konsumiert wird. Kriterium D 4.3 N ergänzt die zeitliche Dimension mit Wartezeiten, deren Einhaltung ohne vorherige Überlegung kaum gelingt. Kriterium D 3.3 K beschreibt daneben mit sieben Indikatoren die erhaltene Korrekturfähigkeit.
Eine Vorkehrung ersetzt keine Veränderung des Konsums. Kriterium A 1.7 N nennt als Kontraindikator nach einem kurzzeitigen Rückfall ausdrücklich das Verlassen auf ein vermeintliches Auffangnetz – also die Erwartung, es werde schon irgendetwas eingreifen, wenn es kritisch wird. Maßgeblich ist daher nicht, ob eine Strategie benannt werden kann, sondern ob sie zu den erkannten Risiken passt und ob sie sich im bisherigen Verlauf bereits bewährt hat.
Erkennbar wird der Unterschied zwischen Absicht und Vorkehrung meist an der Vorgeschichte. Wo frühere kritische Situationen benannt und mit konkreten Veränderungen verknüpft werden können, tritt an die Stelle guter Vorsätze ein nachvollziehbarer Ablauf. Fehlt dieser Bezug, bleibt die Strategie eine Ankündigung, die im Belastungsfall keine Wirkung entfaltet.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.
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