Eine Risikokonstellation ist das Zusammentreffen mehrerer Faktoren – etwa bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, Konsumverhalten und belastende Lebensumstände –, die gemeinsam die Wahrscheinlichkeit für erneutes Fehlverhalten erhöhen. Die Begutachtung schaut auf dieses Zusammenspiel, nicht auf isolierte Einzelfaktoren.
Von einer Risikokonstellation spricht man, wenn mehrere ungünstige Umstände zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken. Ein einzelner Faktor mag beherrschbar sein; im Verbund entsteht eine Lage, in der die eigenen Vorkehrungen nicht mehr greifen. In der Fahreignungsbegutachtung interessiert deshalb weniger der einzelne Indikator als die Frage, welche Faktoren im konkreten Fall gleichzeitig wirksam waren.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen nennt als Indizien für ein fehlendes adäquates Trennverhalten ein riskantes Konsummuster mit chronischem oder häufig übermäßigem Konsum und ausgeprägter Toleranzbildung sowie die häufige Kombination mit mindestens einer weiteren psychoaktiven Substanz einschließlich Alkohol. Die 5. Auflage differenziert hier neu: Nach Kriterium A 3.3 K, Punkt 7, zählt moderater Cannabiskonsum nicht als Mischkonsum, und ein Mischkonsum mit Cannabis ist nicht mehr unbedingt ein Hinweis auf eine Suchtverlagerung. Zugleich sind bei einer Alkoholproblematik mit wirkungsverstärkendem Cannabiskonsum zusätzlich drei bis vier Monate Cannabis-Abstinenznachweise vor der Untersuchung vorgesehen.
Neben Substanzkombinationen zählen auch Rahmenbedingungen. Zu den Kontraindikatoren des Kriteriums D 3.5 N gehört der Konsum kurz vor aufmerksamkeitskritischen Situationen. Kriterium A 4.1 K verlangt in Punkt 8 bei Mischkonsum weitgehende Punktnüchternheit von beiden Stoffen und weist zugleich auf die Sonderlage in der Probezeit und bei Fahrenden unter 21 Jahren hin. Als weiteren Sonderfall nennt es Auffälligkeiten mit einem fahrerlaubnisfreien Fahrzeug, bei denen zu klären ist, ob daraus auch eine erhöhte Gefahr einer Alkoholfahrt mit einem Kraftfahrzeug folgt.
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