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MCV

MCV beschreibt das mittlere Volumen roter Blutkörperchen. Der Wert ist unspezifisch und kann nur im medizinischen Gesamtbild eingeordnet werden.

Ein Pflichtparameter der Alkoholfragestellung

MCV steht für das mittlere korpuskuläre Volumen, also für die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen. Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, Stand 1. Juni 2022, führen den Wert in Kapitel 3.13.2 gemeinsam mit Gamma-GT, GOT, GPT, CDT und Triglyzeriden als Bestandteil der erforderlichen Labordiagnostik auf. Als Referenzbereich gelten 80 bis 96 fl. Erhoben wird der Wert im medizinischen Teil der Untersuchung; er gehört damit zur Befundlage, über die im Gutachten zu berichten ist.

Warum der Zeitbezug so träge ist

Das MCV reagiert langsam. Als Ansprechzeit werden ein bis vier Monate angegeben, als Nachweisdauer drei bis vier Monate; bis sich ein erhöhter Wert nach Konsumende wieder normalisiert, vergehen Monate. Grund dafür ist die Lebensdauer der Erythrozyten von etwa 120 Tagen. Für das Verfahren folgt daraus zweierlei: Der Wert bildet einen weit zurückliegenden Zeitraum ab und nicht die letzten Tage, und er kann nach einem echten Konsumstopp noch länger auffällig bleiben.

Keine Aussage über Abstinenz

Wie alle indirekten Marker spricht das MCV erst an, wenn über Wochen etwa 60 Gramm Ethanol pro Tag oder mehr aufgenommen wurden, und es kann auch aus Gründen erhöht sein, die mit Alkohol nichts zu tun haben. Ein Abstinenznachweis lässt sich daraus nicht ableiten. Die Leitlinien halten ausdrücklich fest, dass sämtliche Laboruntersuchungen nur in Verbindung mit allen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunden beurteilt werden können.

Aus dem trägen Verlauf ergibt sich eine Besonderheit für die zeitliche Zuordnung: Während direkte Marker eng umgrenzte Zeiträume abbilden, liegt der Aussagebereich des MCV Monate zurück. Ein normaler Wert schließt problematischen Konsum in der jüngeren Vergangenheit deshalb nicht aus, und ein erhöhter Wert belegt keinen aktuellen Konsum. Diese Unschärfe ist der Grund, weshalb die Beurteilungskriterien die Belegführung nicht auf Laborwerte dieser Art stützen, sondern auf definierte Kontrollprogramme mit direkten Markern.

Verwandte Begriffe

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