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Marker für Alkoholkonsum (Indirekte)

Bei der Aufnahme von Alkohol verändern sich bestimmte Stoffe im Körper oder es entstehen neue. Diese sogenannten Marker können Hinweise auf einen übermäßigen Alkoholkonsum geben.

Welche Werte dazugehören

Indirekte Marker messen nicht den Alkohol selbst, sondern Körperreaktionen auf längeren Konsum. Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung, Stand 1. Juni 2022, zählen in Kapitel 3.13.2 als erforderliche Labordiagnostik Gamma-GT, GOT, GPT, MCV, CDT und Triglyzeride auf. Bei Verdacht auf einen chronischen Leberschaden ist die Diagnostik zu erweitern. Diese Werte bilden Folgen ab, keine einzelne Trinkgelegenheit. Erhoben werden sie regelmäßig im medizinischen Teil der Untersuchung, zusammen mit der körperlichen Befunderhebung.

Warum sie keinen Abstinenznachweis liefern

Indirekte Marker sprechen erst an, wenn über Wochen etwa 60 Gramm Ethanol pro Tag oder mehr aufgenommen wurden. Unterhalb dieser Größenordnung bleiben sie unauffällig, obwohl Konsum stattgefunden hat. Umgekehrt können Erkrankungen und Arzneistoffe (früher „Medikamente“) sie anheben, ohne dass Alkohol beteiligt ist. Für einen Abstinenzbeleg sind sie deshalb ungeeignet; diese Aufgabe tragen allein die direkten Marker. Ihr Wert liegt an anderer Stelle: Sie können auf eine körperliche Schädigung hinweisen, die nach Kriterium A 2.1 N der 5. Auflage nach ICD-10 zu benennen ist.

Wie sie im Gutachten gewichtet werden

Die Leitlinien verlangen, dass die Analysen von Laboratorien stammen, deren Verfahren den Ansprüchen moderner Qualitätssicherung genügen, etwa durch erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen. Und sie stellen klar: Sämtliche Laboruntersuchungen können nur in Verbindung mit allen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunden beurteilt werden. Ein einzelner erhöhter Wert begründet also weder eine Diagnose noch eine Hypothesenzuordnung. Die analytische Seite eines dieser Parameter ist auf der Schwesterseite zu Carbohydrate Deficient Transferrin beschrieben.

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