Carbohydrate-deficient Transferrin (CDT) ist ein indirekter Blutmarker, der Hinweise auf länger andauernden erheblichen Alkoholkonsum geben kann, aber nicht jede Konsumform erfasst.
Carbohydrate-Deficient Transferrin gehört zu den indirekten Alkoholmarkern, die nach den Beurteilungskriterien in der medizinischen Untersuchung unterstützend berücksichtigt werden; eine Laborparameterliste enthalten die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung in ihrer seit dem 19. August 2026 geltenden Fassung nicht mehr. CDT ist damit Bestandteil der medizinischen Untersuchung, nicht ein eigenständiges Beweismittel.
Entscheidend für das Verständnis ist die Einordnung als indirekter Marker. CDT misst nicht den Alkohol und auch keinen Alkoholabbaustoff, sondern eine Veränderung im Körper, die bei länger anhaltendem hohem Konsum auftritt. Ein Anstieg ist erst ab etwa 60 Gramm Ethanol pro Tag über zwei bis vier Wochen zu erwarten. Wer weniger oder unregelmäßig trinkt, kann unauffällige Werte aufweisen.
Daraus folgt die zentrale Aussage: CDT ist kein Abstinenznachweis. Ein normwertiges Ergebnis belegt keinen Verzicht, sondern nur, dass ein chronisch stark erhöhter Konsum in den zurückliegenden Wochen nicht wahrscheinlich ist. Belege für Substanzfreiheit werden über eigene Programme nach den CTU-Kriterien geführt, nicht über Routinelaborwerte.
Nach den Beurteilungskriterien werden Laborbefunde nur im Zusammenhang mit allen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunden bewertet. Ein erhöhter Wert ist deshalb ein Anlass zur Klärung, kein Ergebnis. Umgekehrt räumt ein unauffälliger Wert Zweifel nicht aus, die sich aus Aktenlage und Anamnese ergeben.
Die messtechnische Seite – Bestimmungsverfahren, Referenzbereiche und Störfaktoren – ist in diesem Lexikon unter Carbohydrate-Deficient Transferrin dargestellt.
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