Direkte Marker für Alkoholkonsum sind Abbau- oder Nebenprodukte, die nur entstehen, wenn tatsächlich Ethanol aufgenommen wurde – etwa EtG, EtS oder PEth. Sie gelten als spezifischer als indirekte Marker wie GGT oder MCV, ersetzen aber ebenfalls keine eigenständige Diagnose.
Direkte Alkoholmarker entstehen im Körper nur dann, wenn tatsächlich Ethanol aufgenommen wurde. Dazu zählen Ethylglucuronid (EtG), Ethylsulfat (EtS), Phosphatidylethanol (PEth) und Ethylpalmitat. Genau diese Eigenschaft macht sie für das Verfahren brauchbar: Ein Befund oberhalb der jeweiligen Entscheidungsgrenze lässt sich nicht mit einer Lebererkrankung, mit Körperbau oder mit einer Dauermedikation erklären. Deshalb tragen ausschließlich direkte Marker einen Abstinenznachweis, während die indirekten Laborwerte lediglich Hinweise auf länger bestehenden Konsum geben. Welcher Marker in einem Kontrollprogramm zum Einsatz kommt, hängt von der Programmart, der gewählten Körpermatrix und der Fragestellung ab.
Die Beurteilungskriterien binden diese Marker an ein Kontrollprogramm und nicht an einen einzelnen Messwert. Nach Kriterium A 3.3 K der 5. Auflage, Punkt 16, dürfen Haaranalysen oder PEth nicht im Widerspruch zu dem stehen, was die begutachtete Person zu ihrem Alkoholkonsum angibt. Geprüft wird damit weniger eine Zahl als die Stimmigkeit zwischen Selbstauskunft, Vorgeschichte und Befundlage. Bei einer angestrebten Veränderung hin zu risikoarmem Konsum erfüllen direkte Marker eine andere Aufgabe als beim Abstinenzziel: Sie sollen dort nicht Nullkonsum belegen, sondern die angegebene Trinkmenge plausibilisieren.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen hält fest, dass Abstinenz- und Nüchternheitsbelege für sich allein keine hinreichenden Befunde für ein positives Fahreignungsgutachten darstellen. Sie belegen ein Ergebnis, nicht dessen Zustandekommen; die Veränderung des Trinkverhaltens muss zusätzlich nachvollziehbar sein. Die analytischen Einzelheiten wie Entscheidungsgrenzen, Nachweisfenster und Störfaktoren sind auf der Schwesterseite zu Ethylglucuronid dargestellt.
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