Druckfestigkeit ist die Fähigkeit, sichere Regeln auch bei Zeitdruck, sozialem Druck oder persönlichen Belastungen einzuhalten.
Der Begriff beschreibt, wie zuverlässig eine getroffene Entscheidung gegen Konsum auch dann trägt, wenn das soziale Umfeld in die Gegenrichtung wirkt. Gemeint sind Situationen mit Aufforderungscharakter: Feiern, Betriebsfeste oder Freundeskreise, in denen ein Verzicht erklärt oder verteidigt werden muss. In der Fahreignungsdiagnostik interessiert dabei weniger die Selbstzuschreibung als die Frage, welche solcher Situationen seit der Verhaltensänderung tatsächlich aufgetreten sind und wie sie ausgegangen sind. Maßgeblich ist also die gelebte Erfahrung im Alltag und nicht die Absichtserklärung. Aus diesem Grund gewinnt der Begriff erst mit zunehmendem zeitlichem Abstand zum Anlassereignis diagnostischen Gehalt.
Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien führt Druckfestigkeit nicht als eigenes Kriterium, sondern verteilt sie auf die Indikatorik zur Stabilität einer Veränderung. Sichtbar wird das an den Kontraindikatoren zum kurzzeitigen Rückfall nach Kriterium A 1.7 N: Als ungünstig gilt dort unter anderem, sich auf ein „Auffangnetz“ zu verlassen, den Vorfall zu bagatellisieren, ohne die eigenen Vorsätze neu zu bewerten, sich in der naiven Überzeugung einzurichten, es habe sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt, oder sich künftigen gelegentlichen Konsum ausdrücklich zu gestatten. Diese Punkte betreffen sämtlich die Belastbarkeit eines Vorsatzes unter äußerem Druck.
Druckfestigkeit ist keine Charaktereigenschaft, die benotet wird, und kein Testwert aus einem Leistungsverfahren. Sie lässt sich auch nicht durch eine einzelne bestandene Situation belegen, weil die Beurteilungskriterien auf ein über längere Zeit erprobtes Verhaltensmuster abstellen. Die Indikatoren sind ausdrücklich nicht kumulativ zu zählen, sondern bilden einen strukturierten Leitfaden für die Gesamtwürdigung. Ob eine Veränderung als hinreichend gefestigt gilt, entscheidet sich allein im konkreten Begutachtungsauftrag und nicht anhand einer Lexikondefinition.
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