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Veränderungsstabilität

Veränderungsstabilität liegt vor, wenn neues Verhalten über ausreichende Zeit und unter realistischen Belastungen tragfähig geworden ist.

Nicht ob geändert wurde, sondern ob es hält

Veränderungsstabilität ist die Frage nach der Haltbarkeit. Eine neue Gewohnheit gilt nicht deshalb als stabil, weil sie eine Zeit lang eingehalten wurde, sondern weil sie auch unter Belastung, in alten Situationen und ohne äußeren Druck fortbesteht. Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung verlangen für die Wiederherstellung nach einer Alkoholproblematik ausdrücklich eine stabile und motivational gefestigte Änderung des Verhaltens.

Damit ist Stabilität etwas anderes als Dauer. Dauer ist messbar, Stabilität zeigt sich an der Qualität der Bewältigung. Beides wird geprüft, aber es sind zwei verschiedene Fragen.

Zeitliche Anhaltspunkte in den Regelwerken

Kapitel 3.13.1 der Begutachtungsleitlinien nennt eine Erprobung und Erfahrensbildung von in der Regel einem Jahr, mindestens jedoch sechs Monaten, nach der die Änderung in das Gesamtverhalten integriert sein soll. Bei Straftaten und Verkehrsauffälligkeit sprechen die Leitlinien von einer Stabilität der Voraussetzungen über einen gewissen Zeitraum, in der Regel etwa ein Jahr. Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien ergänzt für den Cannabisbereich Kriterium D 3.7 K, das das Fehlen besonderer Risikofaktoren mit acht Indikatoren beschreibt, sowie Kriterium D 3.6 N zur ausreichenden Dauer.

Was Stabilität sichtbar macht

Als Anhaltspunkte gelten unter anderem ein tragfähiges Umfeld, ein veränderter Umgang mit Belastungen, erkannte Frühwarnzeichen und Strategien für Situationen, die früher kritisch waren. Belege über Substanzfreiheit sind dabei ein Baustein, aber für sich genommen kein hinreichender Befund. Die Bewertung erfolgt ausschließlich im konkreten Begutachtungsauftrag.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Umgang mit Rückschlägen. Die 5. Auflage beschreibt in Kriterium A 1.7 N den kurzzeitigen Rückfall als zeitlich eng begrenztes und aufgearbeitetes Ereignis innerhalb der Veränderungsphase. Als Gegenanzeichen werden dort unter anderem eine Bagatellisierung ohne Neubewertung der Vorsätze und ein wieder in den Tagesablauf eingebauter Konsum mit erneut aufgebauter Toleranz genannt. Stabilität schließt Rückschläge also nicht aus, wohl aber deren Verharmlosung.

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