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Konfliktfähigkeit

Konfliktfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, Spannungen klar und regelkonform zu bearbeiten, ohne Eskalation oder riskante Kompensation.

Was mit Konfliktfähigkeit gemeint ist

Konfliktfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, Spannungen im Beruf, in der Familie oder im Freundeskreis auszutragen, ohne auf Vermeidung, Eskalation oder eine Substanz auszuweichen. In der Fahreignungsdiagnostik interessiert das nicht als Persönlichkeitsbeschreibung, sondern als Verhaltensfrage: Welche Konflikte sind in der Zeit seit der Verhaltensänderung tatsächlich aufgetreten, wie wurden sie bearbeitet, und welche Rolle spielte dabei der frühere Konsum. Beschrieben werden also konkrete Situationen und ihr Verlauf, nicht eine Selbsteinschätzung in allgemeinen Worten.

Bezug zu den Beurteilungskriterien

Die 5. Auflage der Beurteilungskriterien rückt die Funktion des früheren Konsums in den Vordergrund. Kriterium D 3.1 K führt unter seinen sechzehn Indikatoren eine eigene Gruppe der Entlastungsmotive, die den funktionalen Konsum zur Stressbewältigung beschreibt. Wo Konsum diese Funktion übernommen hat, stellt sich nach seinem Wegfall die Frage, wodurch Belastung und Streit heute bewältigt werden. Konfliktfähigkeit ist damit kein eigenständiges Kriterium, sondern ein Ausschnitt der Prüfung, ob eine Veränderung tragfähig ist. Die Indikatoren sind dabei ausdrücklich nicht kumulativ zu zählen.

Was nicht geprüft wird

Es geht nicht um eine Bewertung des Charakters und nicht darum, ob jemand konfliktscheu oder streitlustig ist. Auch eine konfliktfreie Lebensphase ist kein Beleg, weil sich Belastbarkeit nur an tatsächlich eingetretenen Belastungen zeigt. Ebenso wenig gibt es eine erwartete Darstellungsform: Eine Begutachtung prüft Nachvollziehbarkeit und Stimmigkeit zwischen Schilderung, Aktenlage und Befunden, nicht Wortwahl oder Vortragsweise. Die fachliche Bewertung erfolgt ausschließlich im konkreten Begutachtungsauftrag; aus einer Lexikondefinition folgt keine Zuordnung zu einer Hypothese.

Nicht zuletzt gehört zur Konfliktfähigkeit auch der Umgang mit dem Verfahren selbst, etwa mit Auflagen, Wartezeiten und den Reaktionen des Umfelds auf den Verlust der Fahrerlaubnis.

Verwandte Begriffe

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.

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