Alkohol wird vor allem in der Leber abgebaut. Die Geschwindigkeit ist individuell und erlaubt keine verlässliche Vorausberechnung eines sicheren Fahrtzeitpunkts.
Der weitaus größte Teil des aufgenommenen Ethanols wird in der Leber enzymatisch umgesetzt, ein kleiner Rest unverändert über Atem, Urin und Haut abgegeben. Dieser Vorgang endet für die Analytik rasch: Ethanol selbst ist im Serum typischerweise etwa fünf bis sieben Stunden und höchstens 24 Stunden nachweisbar. Was danach noch gefunden werden kann, ist nicht mehr der Alkohol, sondern sind Stoffwechselprodukte und körperliche Reaktionen auf den Konsum – zwei völlig verschiedene Dinge, die im Verfahren regelmäßig verwechselt werden.
Konsummarker bilden gerade nicht den Abbau des Alkohols ab, sondern den Konsum, der ihm vorausging. Direkte Marker wie Ethylglucuronid oder Phosphatidylethanol entstehen während des Konsums und verweilen deutlich länger im Körper als das Ethanol selbst; indirekte Laborwerte wie GGT, MCV oder CDT reagieren erst auf wochenlang erhöhten Konsum und normalisieren sich entsprechend träge. Die analytischen Einzelheiten dazu behandelt das Schwesterlexikon unter Nachweisfenster.
Weil die Zeitfenster so weit auseinanderliegen, lässt sich aus einem einzelnen Befund weder eine Trinkmenge noch ein Trinkzeitpunkt ableiten. Bewertet wird die Stimmigkeit: Passen die geschilderte Konsumgeschichte, die aktenkundigen Werte und die vorgelegten Befunde zusammen? Nach Kriterium A 3.3 K der 5. Auflage der Beurteilungskriterien dürfen Haaranalysen oder PEth-Befunde nicht im Widerspruch zum angegebenen Alkoholkonsum stehen. Diese Prüfung nimmt ausschließlich die Begutachtungsstelle vor.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.
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