Alkoholkonsummarker werden je nach Stoff, Probe, Konsummuster und Messmethode unterschiedlich lange erfasst; feste Nachweiszeiten sind nicht seriös versprechbar.
Die Marker, die im Fahreignungsverfahren eine Rolle spielen, verschwinden nicht gleich schnell aus dem Körper – und genau diese Staffelung macht sie unterschiedlich brauchbar. Ethanol selbst ist im Serum höchstens einen Tag fassbar. Phosphatidylethanol hat eine Halbwertszeit von etwa drei bis zwölf Tagen und ein Nachweisfenster von rund drei bis vier Wochen. Die indirekten Werte reichen weiter: GGT klingt über etwa vier bis sechs Wochen ab, CDT normalisiert sich nach Abstinenz in etwa zwei bis drei Wochen, MCV braucht Monate, weil es an die Lebensdauer der roten Blutkörperchen gebunden ist.
Aus der Trägheit der indirekten Marker folgt eine häufige Fehldeutung in beide Richtungen. Ein noch erhöhter Wert kurz nach Konsumende beweist keinen fortgesetzten Konsum, und ein unauffälliger Wert beweist keine Abstinenz. Indirekte Marker sprechen überhaupt erst ab etwa 60 Gramm Ethanol pro Tag über mehrere Wochen an und sind zudem durch Erkrankungen und Arzneistoffe beeinflussbar. Sie sind Hinweise auf chronisch erhöhten Konsum oder Organbelastung – ein Abstinenznachweis sind sie nicht.
Die Begutachtungsstelle liest solche Werte nie isoliert. Maßgeblich ist, ob Konsumangaben, Vorgeschichte und Befundlage ein widerspruchsfreies Bild ergeben; welche Kontrollen in welchem Zeitraum verwertbar sind, regeln die CTU-Kriterien im methodischen Teil der 5. Auflage. Die eigentliche Analytik – Cut-offs, Bestimmungsgrenzen, Störfaktoren – ist Sache des akkreditierten Labors und nicht Gegenstand der psychologischen Beurteilung.
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