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Kreatinin

Kreatinin im Urin hilft unter anderem, die Konzentration beziehungsweise Verdünnung einer Urinprobe einzuordnen; es ist kein eigenständiger Abstinenzmarker.

Zwei verschiedene Kreatininwerte im Verfahren

Der Begriff begegnet in der Fahreignungsbegutachtung in zwei völlig unterschiedlichen Zusammenhängen, die regelmäßig verwechselt werden. Im Blut ist Kreatinin ein Parameter der Nierenfunktion und gehört damit zur körperlichen Beurteilung. Im Urin dient es dagegen als Maß für die Konzentration der Probe und damit als Prüfgröße für deren Verwertbarkeit. Beide Werte messen denselben Stoff, beantworten aber ganz verschiedene Fragen.

Urinkreatinin als Verwertbarkeitskriterium

Eine stark verdünnte Urinprobe lässt sich nicht sinnvoll beurteilen, weil Substanzen unter die Bestimmungsgrenze fallen können. Die CTU-Kriterien prüfen deshalb neben dem Kreatininwert auch Temperatur, pH-Wert und weitere Kennzahlen; die Bundesanstalt für Straßenwesen nennt in ihrer Darstellung zur Manipulationsprüfung Kreatininwert, Temperatur, optional spezifisches Gewicht, pH-Wert, Nitrite und Chromate. Mit der 5. Auflage der Beurteilungskriterien wurde klargestellt, dass verdünnte Urinproben nicht als Abstinenzbeleg gelten und höchstens eine verdünnte Probe unmittelbar hintereinander hingenommen wird. Ein Verdünnungsbefund ist damit kein positiver Befund, entwertet die Probe für den Nachweiszweck aber gleichwohl.

Serumkreatinin in den Begutachtungsleitlinien

Für Nierenerkrankungen haben die Begutachtungsleitlinien die frühere Bindung des Eignungsurteils an einen bestimmten Serum-Kreatininwert ausdrücklich aufgegeben. Das unterstreicht die Trennung: Der Blutwert ist heute Teil einer ärztlichen Gesamtbeurteilung, während das Urinkreatinin eine rein probenbezogene Funktion hat. Für das Verfahren folgt daraus eine schlichte Konsequenz: Ein unauffälliger Kreatininwert im Urin belegt keinen Verzicht, sondern nur, dass die Probe überhaupt beurteilbar ist. Erst der Befund zu den eigentlichen Markern beantwortet die Nachweisfrage, und auch er kann nur in Verbindung mit allen übrigen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunden bewertet werden. Konkrete Zahlenwerte und Messverfahren behandelt die Schwesterseite unter Urinkreatinin.

Verwandte Begriffe

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