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Indikator

Ein Indikator ist ein konkreter Befundhinweis, der für oder gegen die Erfüllung eines Kriteriums sprechen kann; er entscheidet nicht isoliert.

Die drei Ebenen der Urteilsbildung

Die Beurteilungskriterien arbeiten mit einer gestuften Struktur. Oben steht die Hypothese, die den Anlassfall in eine Kategorie einordnet, etwa eine Abhängigkeit, eine fortgeschrittene Problematik oder eine Gefährdung. Darunter stehen die Kriterien, die beschreiben, was für die jeweilige Hypothese sprechen oder gegen sie sprechen kann. Auf der untersten Ebene stehen die Indikatoren: konkrete, beobachtbare oder erfragbare Sachverhalte, an denen sich ein Kriterium festmachen lässt. Ein Indikator ist damit ein Beobachtungshinweis innerhalb eines Prüfschritts – er ist weder eine Frage im Gespräch noch eine Bedingung, die für sich allein etwas entscheidet.

Warum Indikatoren nicht abgezählt werden

Die Kataloge der 5. Auflage sind umfangreich: Das Kriterium D 3.1 K führt sechzehn Indikatoren, D 3.5 N einundzwanzig Indikatoren und zusätzlich sieben Kontraindikatoren, D 2.4 N zweiundzwanzig Indikatoren. Diese Listen sind ausdrücklich nicht kumulativ zu verstehen, sondern als strukturierter Leitfaden für die fachliche Würdigung. Es gibt also keine Zahl erfüllter Indikatoren, ab der ein Kriterium als belegt gilt. Eine Ausnahme bilden die Kontraindikatoren des Kriteriums D 3.5 N: Liegt auch nur einer von ihnen vor, gilt das Kriterium als nicht erfüllt.

Abgrenzung zum Grenzwert

Ein Grenzwert wirkt normativ: Der Wert von 3,5 ng/ml Tetrahydrocannabinol im Blutserum nach § 24a StVG etwa entscheidet unmittelbar über die Ordnungswidrigkeit. Ein Indikator wirkt anders. Wenn die 5. Auflage zur Depotbildung von THC-Carbonsäure die Werte 75 und 150 ng/ml nennt, sind das Hinweise auf häufigen beziehungsweise regelmäßigen Konsum innerhalb eines Katalogs. Die Bundesanstalt für Straßenwesen hält zugleich fest, dass sich aus Cannabinoidkonzentrationen keine konkreten Grenzwerte ableiten lassen und maßgeblich die Umstände des Einzelfalls sind. Zur Messseite dieser Unterscheidung siehe Messunsicherheit.

Verwandte Begriffe

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