Lexikon A–Z

Explorationsgespräch in der MPU

Das psychologische Untersuchungsgespräch ist ein methodisch geführtes diagnostisches Gespräch zur anlassbezogenen Prüfung von Vorgeschichte, Einsicht, Veränderung und Stabilität.

Stellung innerhalb der Untersuchung

Die medizinisch-psychologische Untersuchung setzt sich aus mehreren voneinander unabhängigen Teilen zusammen. Der methodische Teil der 5. Auflage der Beurteilungskriterien beschreibt die medizinische Untersuchung, die standardisierten Testverfahren zur psychofunktionalen Leistungsfähigkeit, die Regeln für toxikologische Nachweise sowie die Planung, Durchführung und Auswertung der psychologischen Untersuchung. Das Explorationsgespräch ist der Teil, in dem die psychologische Fachkraft die Vorgeschichte, den Verlauf des Konsums oder des auffälligen Verhaltens, dessen Funktion im Alltag und die seither eingetretenen Veränderungen erhebt. Es ergänzt die übrigen Bausteine, ersetzt sie aber nicht.

Warum das Gespräch hypothesengeleitet geführt wird

Grundlage ist die von der Behörde gestellte Fragestellung. Aus ihr ergibt sich, welche Hypothese zu prüfen ist, und aus der Hypothese ergeben sich die einschlägigen Kriterien. Die zugehörigen Indikatoren sind ausdrücklich nicht kumulativ abzuarbeiten, sondern bilden einen strukturierten Leitfaden für die Urteilsbildung. Ein fester Fragenkatalog existiert deshalb nicht; der Gesprächsverlauf richtet sich nach dem Anlass und nach dem, was die übrigen Befunde offenlassen. Neu ist, dass die 5. Auflage erstmals auch für die D-Kriterien Ablaufschemata bereitstellt, die diesen Weg abbilden.

Was das Gespräch nicht leistet

Das Explorationsgespräch ist keine Prüfung mit vorab feststehenden richtigen Antworten. Erhoben wird, ob die Darstellung mit der Aktenlage, den medizinischen und toxikologischen Befunden und dem beobachteten Verhalten zusammenpasst und ob die geschilderte Veränderung ausreichend lange erprobt ist. Aus einer Lexikondefinition folgt keine Zuordnung zu einer Hypothese; die fachliche Bewertung findet ausschließlich im konkreten Begutachtungsauftrag statt und liegt bei der Begutachtungsstelle sowie der Fahrerlaubnisbehörde.

Verwandte Begriffe

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.

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Betrifft Sie das konkret?

Dieser Artikel erklärt den Begriff — er ersetzt kein Gespräch über Ihren Fall.

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