GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), auch ALT (Alanin-Aminotransferase) genannt, ist ein Leberenzym, das im Vergleich zu GOT spezifischer auf die Leber hinweist, aber ebenfalls durch zahlreiche Ursachen erhöht sein kann – etwa Übergewicht, Medikamente, Virusinfektionen oder Alkohol. Ein isoliert erhöhter GPT-Wert erlaubt für sich genommen keine Aussage über Konsummuster oder Fahreignung.
Die Glutamat-Pyruvat-Transaminase, heute meist ALT genannt, kommt überwiegend in der Leber vor und gilt deshalb als der leberspezifischere der beiden klassischen Transaminasewerte. Im Fahreignungsverfahren wird sie im ärztlichen Teil der Untersuchung bestimmt. Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung führen sie in Kapitel 3.13.2 gemeinsam mit Gamma-GT, GOT, MCV, CDT und Triglyzeriden als erforderliche Labordiagnostik auf und ordnen an, die Untersuchung bei Verdacht auf einen chronischen Leberschaden zu erweitern.
Der diagnostische Gehalt eines Transaminasewerts entsteht selten aus einer einzelnen Messung. Aussagekräftiger ist die Entwicklung über mehrere Zeitpunkte, weil sich daran ablesen lässt, ob eine Belastung fortbesteht oder zurückgeht. Genau deshalb sprechen die Leitlinien von einer Verlaufskontrolle. Zugleich bleibt der Wert ein indirekter Marker: Er bildet Folgen ab, nicht die Aufnahme selbst, und kann durch Erkrankungen, körperliche Belastung oder Arzneistoffe beeinflusst sein. Ein Verzicht wird deshalb nicht über die GPT belegt, sondern über direkte Marker in einem strukturierten Kontrollprogramm.
Die Begutachtungsleitlinien verlangen, dass Laboruntersuchungen von Laboratorien durchgeführt werden, deren Analysen den Ansprüchen moderner Qualitätssicherung genügen, beispielsweise belegt durch die erfolgreiche Teilnahme an Ringversuchen. Und sie halten fest, dass sämtliche Laborbefunde nur in Verbindung mit allen übrigen Untersuchungsergebnissen beurteilt werden können. Zur Frage, wie Messwerte gegen Streubereiche abzugrenzen sind, findet sich eine Darstellung auf der Schwesterseite unter Messunsicherheit.
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