Das Fahreignungsseminar (FES) ist ein freiwilliges Seminar zum Punkteabbau, das die frühere Aufbau- und Nachschulungsseminare abgelöst hat. Es richtet sich an Fahrerlaubnisinhaber mit einem Punktestand, der noch keine MPU erfordert, aber bereits Anlass zur Verhaltensreflexion gibt.
Das Fahreignungsseminar ist im Fahreignungs-Bewertungssystem angesiedelt, also dort, wo Verkehrsverstöße mit Punkten im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes bewertet werden. Es setzt bei Personen an, die auffällig geworden sind, ohne dass bereits Zweifel an der grundsätzlichen Fahreignung im Sinne der Fahrerlaubnis-Verordnung bestehen. Ziel ist, problematische Fahrgewohnheiten bewusst zu machen und Verhaltensalternativen zu entwickeln, bevor sich ein Muster verfestigt.
Das Seminar verbindet einen verkehrspädagogischen und einen verkehrspsychologischen Anteil. Der eine Teil arbeitet an Regelkenntnis, Gefahrenwahrnehmung und konkreten Fahrsituationen, der andere an den Beweggründen hinter wiederholten Verstößen – Zeitdruck, Ärger, Gewohnheit oder Selbstüberschätzung. Beide Teile werden von unterschiedlich qualifizierten Personen durchgeführt und ergänzen einander.
Das Fahreignungsseminar ist keine Untersuchung, kein Gutachten und kein Ersatz für eine medizinisch-psychologische Untersuchung. Es findet keine Beurteilung der Fahreignung statt, und die Teilnahme wird nicht bewertet, sondern bescheinigt. Auch von den Kursen nach § 70 FeV unterscheidet es sich deutlich: Jene setzen eine bereits festgestellte Alkohol- oder Drogenproblematik voraus, das Seminar dagegen ein auffälliges Verkehrsverhalten. Welche Bedeutung eine Teilnahme in einem späteren Verfahren hat, beurteilt die zuständige Behörde.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.
Wenn Sie wissen wollen, was das für Ihre MPU bedeutet: Rufen Sie an oder schreiben Sie mir kurz.