Ethylglucuronid (EtG) ist ein direkter Alkoholmarker, der vor allem in Urin und Haar untersucht wird. Aussage und Zeitraum hängen von Probe, Methode und Konsummuster ab.
Ethylglucuronid entsteht nur, wenn Ethanol im Körper verstoffwechselt wird. Es belegt damit unmittelbar eine Aufnahme und unterscheidet sich grundlegend von den indirekten Markern wie Gamma-GT, GOT, GPT oder MCV, die lediglich Veränderungen an Organen abbilden und deshalb ausdrücklich kein Abstinenznachweis sind. Genau diese Trennschärfe ist der Grund, weshalb im Fahreignungsverfahren für einen Verzichtsnachweis auf direkte Marker zurückgegriffen wird. Die Begutachtungsleitlinien zählen die indirekten Werte in Kapitel 3.13.2 als ärztliche Verlaufskontrolle auf; den Beleg eines Verzichts leisten sie nicht.
Der Befund ist ein Baustein, kein Ergebnis. Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat festgehalten, dass Abstinenz- und Nüchternheitsbelege für sich allein keine hinreichenden Befunde für ein positives Fahreignungsgutachten darstellen; die Begutachtungsleitlinien ergänzen, dass sämtliche Laboruntersuchungen nur in Verbindung mit allen im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunden beurteilt werden können. Umgekehrt wirkt der Wert als Korrektiv für die eigenen Angaben: Nach Kriterium A 3.3 K der 5. Auflage dürfen Haaranalysen oder PEth-Werte nicht im Widerspruch zum geschilderten Alkoholkonsum stehen.
Entscheidungsgrenzen, Nachweisfenster, Störfaktoren und Probenahme sind Fragen der Laboranalytik und werden hier bewusst nicht ausgeführt. Diese Seite ordnet den Marker in das Begutachtungsverfahren ein: wann er verlangt wird, was er belegt und in welchem Verhältnis er zu den übrigen Befunden steht. Zu beachten ist dabei, dass die Ergebnisse eines Kontrollprogramms nur verwertbar sind, wenn die Durchführungs- und Dokumentationsanforderungen der CTU-Kriterien eingehalten wurden; formale Mängel können einen inhaltlich unauffälligen Befund entwerten. Eine ausführliche Darstellung der Analytik findet sich unter Ethylglucuronid auf der Schwesterseite.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts- oder MPU-Beratung.
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