Manipulationsmarker sind Laborparameter, die nicht nach Substanzen suchen, sondern die Probe selbst prüfen: Ist sie echt, unverdünnt und unverändert? Sie werden bei jeder Urinkontrolle mitbestimmt und entscheiden darüber, ob ein Ergebnis überhaupt verwertet werden darf.
| Parameter | Vorgabe |
|---|---|
| Kreatinin im Urin | mindestens 20 mg/dl |
| Kreatinin, Schwelle für sofortigen Abbruch | 5,6 mg/dl oder weniger |
| Urintemperatur direkt nach Abgabe | 34 bis 38 °C |
| pH-Wert | 4,5 bis 7,5 |
| Probenintegrität | über 80 % |
Der Kreatininwert darf höchstens zweimal unterschritten werden. Nach der 5. Auflage der Beurteilungskriterien gilt eine verdünnte Probe zudem generell nicht als Abstinenzbeleg, und mehr als eine verdünnte Probe hintereinander ist unzulässig. Ergänzend werden das spezifische Gewicht sowie Nitrite und Chromate geprüft.
Ein auffälliger Manipulationsmarker beendet ein Programm häufig sofort – und zwar unabhängig davon, ob ein Suchtstoff nachgewiesen wurde. Der Grund liegt in der Logik des Verfahrens: Ein Abstinenzbeleg lebt davon, dass die Proben zweifelsfrei der Person zuzuordnen und unverändert sind. Ist das nicht gesichert, ist auch ein negativer Befund wertlos. Nach einem Programmabbruch beginnt ein neuer Vertrag mit neuem Startzeitpunkt; frühere Ergebnisse werden nicht angerechnet.
Neben den Standardparametern gibt es fallbezogene Prüfungen. Das molare Verhältnis von Ethylsulfat zu Ethylglucuronid liegt bei einem Median von 0,71 zu 1 und einem Mittel von 0,90 zu 1, mit einem Bereich von 0,05 zu 1 bis 2,5 zu 1. Eine grobe Abweichung entlarvt eine exogene Quelle; in einem Fallbericht lag das Verhältnis bei etwa 100 zu 1. Im Methadonprogramm schließt die Bestimmung des Metaboliten EDDP eine nachträgliche Zugabe von Methadon in den Urin aus. Bei Haarproben treten an die Stelle dieser Marker der validierte Dekontaminationsschritt und die Analyse der Waschlösungen.
Eine einmalige Unterschreitung führt nicht zwingend zum Abbruch, macht die Probe aber unbrauchbar. Wer viel trinkt, sollte das nicht kurz vor der Abgabe tun; Näheres unter Flüssigkeitsaufnahme.
Ja, unmittelbar nach der Abgabe, in der Regel mit einem Infrarotthermometer. Eine Temperatur unter 34 °C ist einer der zuverlässigsten Hinweise auf Fremdurin.
Die genannten Parameter beschreiben die Probe, nicht den Stoffwechsel einzelner Arzneistoffe. Bestehen medizinische Besonderheiten, etwa eine Nierenerkrankung, gehören sie in die Unterlagen.
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