Die meisten Menschen, die zu mir ins Erstgespräch kommen, erwarten irgendetwas zwischen Verhör und Wundermittel: entweder eine Art Prüfung, bei der sie schon beweisen müssen, dass sie „es wert sind“ – oder die Hoffnung, nach einer Stunde eine fertige Lösung mit nach Hause zu nehmen. Beides trifft es nicht.
Ein Erstgespräch ist etwas Drittes: der Moment, in dem wir gemeinsam herausfinden, wo Sie eigentlich stehen – bevor irgendetwas festgelegt wird.
Eine MPU ist für die meisten Menschen mit Scham, Angst oder erheblichem Druck verbunden. Deshalb beginnt jedes Gespräch bei mir erst einmal ganz undramatisch: ankommen, kennenlernen, durchatmen. Niemand muss hier sofort die perfekte Antwort parat haben, und ich prüfe Sie nicht wie später der Gutachter.
Ich erkläre zu Beginn offen, wie ich arbeite und was Sie von mir erwarten können – und genauso offen, was eine seriöse Vorbereitung nicht ist: kein Auswendiglernen von Antworten, keine erfundene Geschichte, die beim Gutachter gut ankommen soll. Es geht darum, Ihren eigenen Fall wirklich zu verstehen.
Bevor wir überhaupt in die eigentliche Situation einsteigen, kläre ich die Rahmenbedingungen: Alles, was Sie mir erzählen, bleibt vertraulich – ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung gebe ich nichts an Dritte weiter, soweit dem keine gesetzliche Pflicht entgegensteht. Ich erkläre auch offen, welche Daten ich aufnehme, wofür ich sie brauche und wie lange sie aufbewahrt werden. Kommt eine Zusammenarbeit nicht zustande, löschen wir die mitgeschriebenen Informationen bzw. das Kontaktformular zeitnah.
Falls ich mir während des Gesprächs Notizen mache, frage ich vorher ausdrücklich um Erlaubnis. Diese Notizen sind kein Gutachten und keine vorschnelle Bewertung Ihrer Person – sie dienen ausschließlich dazu, Ihre Situation später richtig einordnen zu können.
Am Anfang stehen ein paar grundlegende Angaben – Kontaktdaten, Anlass der MPU, aktueller Stand der Fahrerlaubnis, zuständige Behörde, bekannte Fristen, vorhandene Unterlagen, ein eventuell schon laufendes Abstinenzprogramm. Nichts Aufregendes, aber notwendig, um Ihren Fall überhaupt einordnen zu können – und um später zu wissen, welche Unterlagen fehlen und welche Fristen im Blick behalten werden müssen.
Danach gehört das Gespräch erst einmal Ihnen. Ich arbeite bewusst nicht stur nach Fragenkatalog – Sie sollen mit eigenen Worten schildern, was passiert ist, wie es dazu kam, wie Sie es heute bewerten und was Sie aktuell am meisten beschäftigt.
Diese freie Schilderung ist für mich oft der wertvollste Teil des ganzen Gesprächs. Sie zeigt mir nicht nur, was geschehen ist, sondern auch, wie Sie selbst darüber sprechen: Übernehmen Sie Verantwortung, oder wird noch verharmlost? Gibt es schon erkennbare Einsicht, oder werden vor allem äußere Umstände verantwortlich gemacht? Das ist keine Bewertung, die ich schon im Erstgespräch fälle – nur ein erster Eindruck, wo wir später genauer hinschauen sollten.
Nicht jedem fällt es leicht, über Alkohol, Drogen, Straftaten oder wiederholte Verstöße zu reden. Manche schämen sich, andere haben Angst, verurteilt zu werden, wieder andere wissen selbst noch nicht genau, wie sie ihr eigenes Verhalten erklären sollen. Manche erklären ihre Auffälligkeit zunächst vor allem mit Pech oder dem Verhalten anderer.
All das ist für mich eine wichtige Information, keine Enttäuschung. Offenheit lässt sich nicht erzwingen – sie entsteht, wenn jemand merkt, dass er ernst genommen wird, ohne dass sein Verhalten beschönigt wird. Genau so arbeite ich: zuhörend und respektvoll, aber auch klar, wenn mir Widersprüche auffallen.
Manchmal kommt ein Partner oder eine nahestehende Person mit ins Gespräch – das kann hilfreich sein und ist mit Ihrer Zustimmung jederzeit möglich, weil Angehörige manche Entwicklungen aus einer anderen Perspektive sehen. Trotzdem bleiben Sie selbst im Mittelpunkt: Niemand übernimmt für Sie die Verantwortung für Erklärungen oder Veränderungen.
Auf Grundlage dessen, was ich im Gespräch erfahre, gebe ich Ihnen eine erste fachliche Einordnung: Welche Themen könnten in der MPU wichtig werden, welche Unterlagen braucht es, könnte ein Abstinenzprogramm nötig sein, welche Fristen sind zu beachten.
Diese Einschätzung gilt ausdrücklich nur auf Grundlage dessen, was zu diesem Zeitpunkt bekannt ist. Fahrerlaubnisakte, frühere Gutachten oder Laborbefunde liegen im Erstgespräch oft noch nicht vor – sie können das Bild später verändern. Deshalb mache ich hier bewusst keine vorschnellen Zusagen, wie viele Sitzungen nötig sind, welche Abstinenzdauer sicher ausreicht oder ob die MPU sicher bestanden wird. Eine seriöse Beratung erkennt man daran, dass sie Unsicherheiten offen benennt, statt sie zu übertünchen – und bereit ist, eine erste Einschätzung zu korrigieren, wenn neue Informationen dazukommen.
Ein häufiges Thema ist die Frage, ob und wie lange ein Abstinenznachweis nötig ist. Wichtig dabei: Die reine Dauer der Abstinenz ist nicht alles. Genauso entscheidend ist, ob nachvollziehbar wird, warum sich etwas verändert hat und ob diese Veränderung tragfähig ist – jemand kann längst abstinent leben und trotzdem noch erheblichen Aufarbeitungsbedarf haben, und umgekehrt.
In manchen Fällen kann auch die Frage eine Rolle spielen, ob ein kontrollierter Umgang mit Alkohol infrage kommt. Auch hier lege ich mich im Erstgespräch nicht fest – das hängt von zu vielen individuellen Faktoren ab, um es in einer Stunde seriös zu beurteilen.
Neben dem Persönlichen klären wir auch die organisatorische Seite: Muss die Fahrerlaubnisakte angefordert werden, steht ein Antrag auf Neuerteilung an, sollte ein Abstinenzprogramm möglichst bald beginnen? Viele Klienten konzentrieren sich zunächst nur auf den MPU-Termin selbst – dabei können ein zu spät begonnenes Abstinenzprogramm oder eine falsch eingeschätzte Frist den ganzen Ablauf unnötig in die Länge ziehen.
Wie lange die gesamte Vorbereitung dauert, lässt sich pauschal nicht sagen. Manche erkennen Zusammenhänge schnell, andere brauchen mehr Zeit, um offen zu sprechen oder neue Verhaltensweisen zu entwickeln – beides ist völlig in Ordnung, es gibt keine Standarddauer, die für jeden gleichermaßen gilt.
Ein Erstgespräch ersetzt keine vollständige Vorbereitung. Aber Sie sollten danach deutlich mehr wissen als vorher: wie Ihre Ausgangslage einzuschätzen ist, welche Fragen noch offen sind, welche Unterlagen fehlen, ob ein Abstinenzprogramm ins Spiel kommt und welche nächsten Schritte sinnvoll wären. Kurz gesagt: mehr Klarheit, als Sie mitgebracht haben.
Am Ende besprechen wir gemeinsam, wie es weitergehen könnte – ob das heißt, erst einmal Unterlagen zu beschaffen, ein Abstinenzprogramm zu beginnen, oder direkt mit der eigentlichen Vorbereitung zu starten. Die Entscheidung für eine Zusammenarbeit treffen wir gemeinsam: Genauso wie Sie sich das gut überlegen sollten, entscheide auch ich mich bewusst gegen eine Zusammenarbeit, wenn ich merke, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vorbereitung in Ihrem konkreten Fall nicht gegeben sind.
Ich kann keine Veränderung für Sie übernehmen. Ich kann Ihnen zeigen, wo die Tür ist, und erklären, was dahinter liegt. Ob Sie hindurchgehen und sich ehrlich mit Ihrer Situation auseinandersetzen, entscheiden Sie selbst.
Genau das ist der Grund, warum ich weder Standardlösungen verkaufe noch schnelle Versprechen mache – aber Ihnen dabei helfe, Ihren eigenen, tragfähigen Weg zu finden.
Ehrlich. Konsequent. Wirksam.
Dieser Artikel schildert, wie ein Erstgespräch bei mir abläuft — er ersetzt kein Gespräch über Ihren Fall. Wenn Sie wissen wollen, was das für Ihre MPU bedeutet: rufen Sie an (0 26 42 / 99 39 213) oder nutzen Sie das Kontaktformular.
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